Fahren ohne Fahrerlaubnis

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis stellt im deutschen Strafrecht eine Straftat gemäß § 21 StVG dar. Nach § 21 Abs. 1 StVG macht sich derjenige strafbar, der

1. ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist,

oder

2. als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist.

Zu beachten ist, dass sowohl beim Fahrzeugführer als auch beim Fahrzeughalter die vorsätzliche und fahrlässige Begehung strafbar ist.

Abgrenzung zum „Fahren ohne Führerschein“:

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist nicht gleichzusetzen mit dem Fahren ohne Führerschein. Die Fahrerlaubnis stellt eine amtlich erteilte Zulassung dar, die man beantragen, durch den Besuch der Fahrschule und das Bestehen der Führerscheinprüfung erwerben muss. Der Inhaber der Fahrerlaubnis ist dann zum Führen bestimmter Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen befugt.

Der Führerschein ist demgegenüber eine amtliche Bescheinigung bzw. ein Dokument, mit dem der Nachweis erbracht wird, dass der Inhaber über eine Fahrerlaubnis verfügt. Vergisst man den Führerschein also einmal zu Hause, so hat man trotzdem die Berechtigung das Fahrzeug zu fahren – man kann dies bloß während einer Polizeikontrolle nicht nachweisen.

Das Fahren ohne Führerschein stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die laut Bußgeldkatalog mit 10 Euro geahndet wird. Wird man dagegen beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt, zieht dies ernste Konsequenzen nach sich.

Strafrechtliche Folgen beim Fahren ohne Fahrerlaubnis:

Wer – egal ob Fahrzeugführer oder Fahrzeughalter – eine Tat nach § 21 Abs. 1 StVG (siehe oben) vorsätzlich begeht, dem droht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Zudem kann das Fahrzeug, auf das sich die Tat bezieht, eingezogen werden (vgl. § 21 Abs. 3 StVG). Darüber hinaus kann das Gericht den Entzug der Fahrerlaubnis anordnen (vgl. § 69 StGB) und auch eine Sperrfrist von bis zu 5 Jahren (vgl. § 69a StGB) für die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis verhängen.

Wer dagegen fahrlässig die Tat begangen hat, dem droht nach § 21 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 StVG eine Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten oder eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen.

Sollte gegen Sie ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet worden sein, machen Sie unbedingt von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und kontaktieren Sie uns umgehend.

Wir werden unverzüglich Akteneinsicht beantragen und eine geeignete Verteidigungsstrategie mit Ihnen erarbeiten, um das bestmöglichste Ergebnis für Ihren Fall zu erreichen.

Ein Angriffspunkt ist regelmäßig die Kenntnis von der dem Fahrzeugführer fehlenden Fahrerlaubnis, insbesondere im Zusammenhang mit ausländischen Fahrerlaubnissen. Zudem gilt es, die Entziehung der Fahrerlaubnis durch einen vernünftigen Umgang mit den Strafverfolgungsbehörden zu verhindern.